Pisa Baptisterium

Pisa, Stadt mit etruskischer Vergangenheit

Wer an Pisa denkt, sieht den Schiefen Turm vor sich oder sucht gerade einen Flug in die Toskana.

Natürlich bietet Pisa weitaus mehr. Eine Landschaft, die nicht nur typisch sondern abwechslungsreich und atemberaubend schön ist, trifft man in der Provinz Pisa. Pisa, als Stadt ehemalige Seemacht, hat natürlich auch schöne Strände, die von dem Naturschutzgebietes von San Rossore unterhalb des Flusses Serchio bis Viareggio reichen; hauptsächlich sind es Sandstrände. Volterra, einst Hochburg der Etrusker, bietet daneben auch den landschaftlichen Reiz der „Balze“, Abrisse des Sandsteins, die der Witterung ausgesetzt in Schichten abbrechen und so die typischen karstigen Brüche zeigen, die auch im Tal des Flusses Edera zu finden sind.

Würzige Weine werden in dieser Gegend angebaut, Böden aus Muschelkalk geben den richtigen Untergrund. Im Norden ist es San Miniato, eine Stadt aus dem frühen Mittelalter, die einen Stauffer Turm ihr eigen nennt. Michelangelo hat hier gegen die Papst-Truppen seine Verteidigung aufgebaut. Am bekanntesten sind heutzutage die Trüffelmärkte, die an drei Wochenenden im November stattfinden; hier werden die weißen Trüffeln und andere typische Produkte der Umgebung angeboten. San Miniato ist auch Mitglied der "Cittaslow", einer 1999 in Italien gegründeten Bewegung zur "Entschleunigung" und damit Erhöhung der Lebensqualität in Städten.

Bereits eine Etruskische Hafengründung, wurde Pisa von den Römern als wichtiger Flottenstützpunkt erweitert und spielte im Mittelalter die Rolle einer bedeutenden Seemacht. Größte Rivalin zu Wasser war Genua und zu Lande Florenz. Von beiden Städten wurde Pisa letztendlich vernichtend geschlagen und erholte sich von diesen Niederlagen nie vollständig.

Pisa eine Stadt

die zu Unrecht ihren Ruf vorrangig aus dem Schiefen Turm zieht: An Geschichte und Kunst steht sie Florenz und Siena sicher nicht nach, ihr Einfluss im Mittelmeer und in der Geschichte Italiens wird oft unterbewertet. Heute eine schöne und gepflegte Stadt mit herausragender Universität, der einmaligen Gesamtanlage der Piazza dei Miracoli, florierendem Handel, seit dem Mittelalter eine der führenden Zentren im Mittelmeerraum, See- und Handelsmacht, immer ghibellinisch und damit auf Kollisionskurs mit den Päpsten. In der Region, die heute Toskana ist, neben Florenz die treibende Kraft, wirtschaftlich wie kulturell, maritim der eigentliche Gegenpol von Genua, sieht man einmal vom weit entfernten Venedig ab.

  • Pisa wurde auf jungem Schwemmland errichtet, was zu der sehr starken Neigung des Campanile (Glockenturms) führte; doch nicht nur dieser senkte sich in Teilen, fast alle Monumentalbauten von Pisa weisen eine leicht Neigung auf.

Ein neues Museum „ Arsenale Mediceo“ zeigt die erst kürzlich entdeckten Römischen Galeeren.

Eines wohl der bekanntesten und schönsten Spektakel ist die „Regatta di San Ranieri“ (Schutzpatron von Pisa); Regatten auf dem Arno und Prozessionen von strahlend geschmückten Schiffen, - und wie sollte es anders sein, alle Akteure in mittelalterlichen Kostümen. Der Abend vor diesem Ereignis ist die „Luminaria di San Ranieri“ (Festbeleuchtung). Beim Einbruch der Dunkelheit bilden Tausende von Kerzen und Fackeln glitzernde Ketten entlang des Arno; ein beeindruckendes zauberhaftes Bild – einfach überwältigend stimmungsvoll.

Von Pisa aus sollten Sie nicht versäumen einen Abstecher zur Basilica San Piero di Grado zu machen. Man sagt, Petrus ging hier an Land auf seinem Weg nach Rom.