Notizen und Impressionen aus Italien

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Siena Toskana Italien

Siena Toskana - Piazza del Campo in der Abenddämmerung fast ohne Menschen

Piazza del Campo

Welch magerer Name wurde dem wohl zauberhaftesten Platz Italiens gegeben!
Woher man in Siena auch kommt, eine magische Kraft leitet einen früher oder später auf den „Campo“: erst blitzt ein Zipfel Himmel durch die Häuser Bögen, gefolgt von Zinnen, dann Teile eines leicht abfallenden Platzes und schon präsentiert sich der „Palazzo Pubblico“ mit dem schlanken „Torre del Mangia“, um dann in der Weite des Muschel-Platzes mit dem Häuser Oval zu einem harmonischen Ganzen zu verschmelzen.

Ein zentraler Platz, der anders anmutet als in anderen Städten. Schon weil er abschüssig von den Palazzi zum Palazzo Pubblico verläuft. Auch weil es keine Kirche gibt, die den Platz dominiert. Nun, es ist das Verwaltungsgebäude  Palazzo Pubblico der zentrale Punkt zu dem sich alles hinbewegt. Die im halboval begrenzenden Palazzi verstärken noch den Eindruck eines harmonisch, geschlossenen Systems.

Auf dem Platz befindet sich auch ein Brunnen, Fontana Gaia. Der „fröhliche Brunnen“ wurde errichtet, als es endlich gelang Wasser in die Stadt zu bringen. Wasser war immer schon problematisch auf den Bergrücken liegenden Stadt. Und so war es eine große Freude, als sie Wasser aus 25 km Entfernung erhielt, dass auf hydraulischen Wege nach oben gelang.

Der Torre del Mangia lohnt sich als  Aussichtspunkt zu erklimmen. Von hier oben haben Sie eine 360° Sicht auf Stadt und Land.
Hier sind die Öffnungszeiten und weitere Information der Stadt Siena

Das Museo Civico beherbergt absolute Schätze. Mich beeindrucken besonders 2 Fresken „Die gute und die schlechte Regierung“ von Ambrogio Lorenzetti.
Die siegreiche Schlacht bei Montemassi, dargestellt durch den Reiter und Feldherren Guidoriccio da Fogliano. Simone Martini hat mit diesem plakativem Fresco dem Geschehen ein Denkmal gesetzt.

Siena trägt ihre Geschichte zur Schau

Im Mittelalter haben die Stadtplaner strenge Vorgaben gemacht, und es durfte über Jahrhunderte nur nach diesen Richtlinien gebaut werden; alles nach ästhetischem Aspekt; sicherlich waren es die striktesten Auflagen Italiens. Auch ansonsten gab es in Siena einen strengen Codex, wie sich die einzelnen Bürger zu verhalten hatten, was sicherlich kaum ein fröhlich unbeschwertes Leben miteinander zuließ.

Siena verdankt ihren ursprünglichen Reichtum und Wohlstand ihrer Lage an der Frankenstraße.
Die Seneser selbst waren geschickte Kaufleute und mehrten ihren Reichtum durch Handel mit Textilien und Geld. Einer ihrer größten Schuldner waren die Päpste. Was Siena aber nicht abhielt, überwiegend Kaiser treu, also ghibellinisch zu sein.

In den Auseinandersetzungen im Mittelalter war das Kriegsglück recht wechselseitig, doch wurde Siena nach langen Kämpfen von Florenz mit Hilfe der Spanier vernichtend geschlagen. Somit kam sie unter Florentinischer Herrschaft. Als dann die Frankenstraße an Bedeutung verlor, teilte auch Siena das gleiche Schicksal.

In der Römer Zeit soll wohl kaum mehr als eine Militärkolonie vorhanden gewesen sein; was den Senesern allerdings schon genügte, ihre Abstammung von Remus, dem Zwillingsbruder des sagenhaften Gründers Roms abzuleiten.

Palio – Geschichte pur

Wer heute die intakte mittelalterliche Stadt Siena besucht, erlebt Vergangenheit pur; besonders zu den Zeiten des Palio, wenn die Contrades sich mit ihren Standarten schmücken, Tische und Bänke auf die Straßen stellen und zum Teil mit ihren Trachten geschmückt in Festgelagen auf den Sieg des ihnen zugeteilten Rennpferdes hoffen.

Der Palio, das Pferderennen, findet zwei Mal im Jahr auf der Piazza del Campo statt, am 2. Juli und am 16. August, und ist jeweils der Jungfrau Maria geweiht, der Schutzpatronin der Stadt; im Juli der Santa Maria di Provenzano und im August Maria Himmelfahrt.

Info
Genügend Parkplätze, auch Parkhäuser, außerhalb des Zentrums, sind vorhanden.Von dort sind es dann nur noch wenige Minuten zu Fuß bis zur oben liegenden Altstadt von Siena.

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