Notizen und Impressionen aus Italien

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Pitigliano Tuffstein-Stadt in der Maremma

Pitigliano Maremma city view

Pitigliano auf und aus Tuffstein erbaut

Dieser  intakte mittelalterliche Ort Pitigliano – ist besonders spektakulär bei der Anfahrt aus Saturnia. Er ist auch heute noch eine lebendige Stadt, deren Einwohner sich am späten Nachmittag nach getaner Arbeit in die Gassen zu einem Schwätzchen setzen. Es wird dabei Gemüse geputzt, gehandarbeitet oder, wie hier, Zweige von Ginster zurecht geschnitten.  Damit werden die Weinreben nach der Lese neu angebunden.

Pitigliano - im Hintergrund die Kirche San Rocco, davor die Ape

im Hintergrund die Kirche San Rocco, davor die Ape

Pitigliano - Ginster wird geschnitten, um die Weinrebe zu binden

Ginster wird geschnitten, um die Weinrebe zu binden

 

Bekannter hiesiger Wein ist der „Bianco di Pitigliano“.

Dieser wird auch heute noch in den Tuffstein-Höhlen unter den Häusern der Weinbauern gelagert, genau wie in Etruskischen Zeiten.

Original sieht alles aus, nicht gerade frisch restauriert, nein, es ist der Charme des Lebendigen, des Gewachsenen, der dieses Stadtbild prägt. Jedoch ist zu fühlen, dass es teilweise einer anderen Zeit angehört und diese kaum mit unserer modernen Welt in Kontakt steht.

Pitigliano, schmale Gasse mit Blick in die Schlucht

schmale Gasse mit Blick in die Schlucht

Pitigliano - der Orsini Bär

der Orsini Bär

Liebenswert sind die mittelalterlichen engen Gassen und Straßen. Einige scheinen direkt in den Himmel zu führen!

Pitigliano eine Etrusker Stadt

Pitigliano die Tuffsteinstadt mit den schmalen Gassen

die Tuffsteinstadt mit den schmalen Gassen

„Pitigliano ist die größte der Etruskischen Städte auf Tuffstein, mit ihren steil abfallenden Hängen scheint sie wie aus dem Boden der Maremma gewachsen. Es ist die am spektakulärsten gelegene Stadt im Fiora Tal, dem Kernland der alten Etrusker.

Genießen Sie das Ambiente, die Geschäfte, Museen, den Dom und wundern sich bitte, dass keines der Gebäude über die Klippen stürzt.

Klein Jerusalem

Ein bedeutenden Teil der Stadt gehört der jüdischen Gemeinde. Die Juden fanden hier Zuflucht vor Verfolgung und Vertreibung im 16. Jahrhundert und haben das Leben und Bild der Stadt maßgeblich mit geprägt.

  • Juden und Christen lebten hier in friedlicher Gemeinschaft beisammen.
Pitigliano Tuffsteinstadt in der Maremma - Klein Jerusalem

Pitigliano – Klein Jerusalem

Nur die Obrigkeit, hat die Jüdische Gemeinde nicht immer ungestört gelassen. Als das Gebiet von den Medici annektiert wurde und dann auch später in der faschistischen Zeit, hatte sie von diesen Repressalien zu erleiden. Die Sfratti, ein von der Jüdischen Gemeinde kreiertes Gebäck, stellt die Form von Knüppel dar. Mit solchen hatten damals die Florentiner an ihre Türen gedonnert. Nun, dieses Gebäck erinnert sie noch heute an die Zeit der Medici.

Koschere Lebensmittel werden und wurden hergestellt. Es gab zum Beispiel eine koscher arbeitende Schlachterei, eine Bäckerei mit ungesäuertem Brot und etliches mehr. Es wurde auch koscherer Wein gekeltert. Natürlich fehlte auch die Synagoge nicht und das Badehaus. Liebevoll wurde dieses Viertel von dem Rest der Bevölkerung „Klein Jerusalem“ genannt.

Renaissance Bauten auf mittelalterlichen Mauern

Pitigliano - der wuchtige Orsini Palast, ehemals Festung

der wuchtige Orsini Palast – ehemals Festung

Der imposanteste Bau ist der Orsini Palast, eher eine Festung. Sie sollten in Betracht ziehen ihn zu besichtigen. Diese Renaissance-Residence hat in sich schöne Elemente, hübsche Bögen und Friese. Einen Innenhof mit Ziehbrunnen und weitere klassische Elemente aus der Architektur. Heute finden Sie dort das Diözesemuseum mit Kunstwerken aus dem Mittelalter bis in die Neuzeit. Außerdem das archäologische Museum, das Exponate aus den nah gelegenen archäologischen Fundstätten zeigt.

Pitigliano - Renaissance Bögen neben dem Orsini Palast

Pitigliano – Renaissance Bögen neben dem Orsini Palast

Sehenswert ist auch die mittelalterliche Kathedrale von St. Peter und Paul. Der Glocken-Turm von Sant Petrus und Paulus entstand aus einem der Geschlechter-Türme. In den unteren ⅔ verkleidet, um sich dem Stil der später barockisierten Kirche anzupassen. Eine nicht gerade ästhetisch gelungene Architektur. Interessant ist sie aber allemal.

Pitigliano - Frontfassade der Kathedrale St. Peter und Paul mit dem mittelalterlichen Geschlechterturm

Frontfassade der Kathedrale St. Peter und Paul mit dem mittelalterlichen Geschlechterturm

Pitigliano - Frontfassade der Kirche San Rocco, die älteste der Stadt

Frontfassade der Kirche San Rocco, die älteste der Stadt

Die älteste Kirche ist San Rocca, ein trapezförmiger Bau mit fast spartanischem Kirchenschiff im Inneren.

Info

Parkplätze in Pitigliano gibt es in beschränkter Anzahl auf der Piazza unterhalb des „Palazzo Orsini“.

Ein Wikipedia Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Pitigliano

La Piccola Jerusalemme

Vier Städte – eine Tagestour, wenn man nicht viel Zeit hat – gemütlich kann man 2 Touren daraus machen. Sonn- und Feiertage sollte man meiden.
Saturnia bekannte Therme und Sorano, Sovana und Pitigliano die 3 Tuffsteinstädte in der südlichen Toskana, im Hügelland der Maremma Etruskischen Ursprungs.

Pitigliano Tuffsteinstadt in der Maremma, Tuscia Renaissance und Barock - der Orsini Bär

Renaissance und Barock – der Orsini Bär

Pitigliano mit dem Orsini Palazzo

mit dem Orsini Palazzo und schmalen Gassen

Einen Überblick über Tuscia: Toskana der Süden, Lazio der Norden, Umbrien der Westen erhalten sie hier > Tuscia…………..