Notizen und Impressionen aus Italien

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Montefiascone am Lago di Bolsena

Montefiascone Lago Bolsena vom Palast gesehen

Lago di Bolsena & Montefiascone

„Die gesamte Gegend war früher einmal mit Vulkanen übersät. Hoch über dem größten Krater, dem heutigen Lago die Bolsena, thront Montefiascone. Seine Einwohner sind großzügig, kreativ und ein wenig verrückt. Wohl Etruskisches Erbe? In seinem Wappen finden sich tatsächlich der Sieg der Freude des Lebens: zwei Zweige, ein Lorbeer und eine Eiche umfangen die sanften Hügel mit einem Fass auf der Spitze.“

Von seiner Befestigung, 1207 erbaut, hat man einen atemberaubenden Blick, so als wären der See, die Hügel mit den Olivenbäumen und den Weingärten und die bläulichen Berge, die die Ebenen umschließen, der natürliche Rahmen des idealen Parks. In der Stadt selbst kann man noch die erhaltene Renaissance sehen: Paläste und Plätze, oft mit einer Kirche im Zentrum, sowie schmale verwunschene Gärten.
Ein architektonisches Juwel ist San Flaviano aus dem 12. Jahrhundert, entstanden aus zwei über einander liegenden Kirchen mit wunderschönen Fresken im unteren Teil, das San Flaviano zeigt, wie er auf einem weißen Pferd reitet und eine Fahne mit dem Kreuz trägt.
Die dritte Kapelle enthält den Sarkophag von Johannes Fugger, der auf seinem Weg nach Rom im Jahre 1110 seinem Kaiser Heinrich V folgte und durch Tuscia eine private „Wein Tour“ machte. Ein ergebener Diener eilte ihm voraus mit dem Auftrag, den Wein der Schenken zu probieren und zu kennzeichnen: „Est“, was so viel heißt „der Wein hier ist gut“.
Als er in Montefiascone ankam, fand er den Wein so gut, dass er „Est“ drei Mal schrieb. Seither heißt der bekannteste Wein dieser Gegend, Est Est Est.
Johann Fugger sprach diesem Wein so gut zu, dass er dem üppigen Genuss erlag. Er hinterließ aber fürsorglich zehn tausend Gold Mark mit der Auflage seines Todestages zu gedenken; bei den Jährungen dieses Tages sollte Wein über sein Grab gegossen werden.
Die Quasten seines in Stein gemeißelten Kissens haben die Form von Weingläsern.
Vielleicht hat dieser Wein heute ein wenig seines faszinierenden Geschmackes eingebüßt, oder ich habe nicht den richtigen Hersteller gefunden! Unterhalb „Rocca di Papa“ (auch wenn es mühsam erscheint, sollte man die „Rocca“ ihres herrlichen Ausblickes wegen hinaufsteigen) liegt der Dom und sein Kardinalspalast. Ein absolutes „Must“ ist die Kirche San Flaviano. Man erreicht sie ganz schnell, indem man die Via Cavour hinunter durch das Tor fährt – und gleich auf der anderen Straßenseite liegt sie, die Fassade der oberen der zwei Kirchenschiffe schaut auf uns. Kühl und ein wenig unnahbar präsentiert sie sich dem Betrachter oben im inneren; über eine Treppe nach unten gelangt man in das besonders beeindruckende und sehenswerte ältere romanische Kirchenschiff: Sternförmige Gewölbe ruhen auf allegorischen Kapitellen, die von schmalen Säulen getragen werden; die Wandfresken sind zum Teil sehr gut erhalten. Ein Ort der Stille, der Ruhe und der Harmonie – leicht kann man den Hauch längst vergangener Zeiten verspüren.

Touristinfo ca. 100 m vom der Piazza entfernt, hoch durch das Stadttor.
Parkplätze man kann bis an das Zentrum / Piazza mit dem Auto fahren, indem man den Berg halb umrundet und dann kurz vor dem Tor parkt oder entlang der Via Cavour, die wieder aus der Stadt herausführt.
Snacks gibt es in den kleinen Bars in der Nähe der Piazza.

Bolsena & Montefiascone
Städte am Bolsenasee, dem größten See Italiens vulkanischen Ursprungs.
2 Städte – eine gemütliche Tagestour – man sollte Sonn- und Feiertage meiden.

Einen Überblick über Tuscia: Toskana, Lazio, Umbrien erhalten sie hier > Tuscia…………..

„…“ Cecila Bisone die Schlossherrin vom Castello Proceno zitiert