Notizen und Impressionen aus Italien

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Lucca Altstadt

Lucca Altstadt das Amphitheater

LUCCA INNERHALB DER MAUERN

Ein Kleinod toskanischer Geschichte, Kunst und Lebensart.
Unverkennbar durch seine 4,2 km lange die Stadt komplett umschließende Wallmauer, auf der Spaziergänge im Schatten hoher Bäume lohnen und angesichts der vielfältigen Ein- und Ausblicke nie langweilig werden. Wer genug hat, kann praktisch alle paar hundert Meter in die Stadt hinuntersteigen und die Besichtigung dort fortführen. Parkplätze um den Wall herum sowie direkt innerhalb der Mauer, bitte die blauen Markierungen wählen und Parkgebühr bezahlen.

RUNDGANG DURCH LUCCA – DIE KIRCHEN

Unverzichtbare Punkte eines Rundganges in Lucca sind die drei Hauptkirchen San Martino, die Bischofskirche der Stadt, San Michele und San Frediano, die älteste der dreien. Und natürlich die Piazza dell’Anfiteatro.

Dom von Lucca San Martino

Im Dom San Martino, dessen an den Dom von Pisa angelehnte jedoch asymmetrische Fassade in Teilen noch ursprüngliche romanische Bauteile zeigt, sind bemerkenswert das Volto Santo. Wichtiges Zwischenziel für Rom-Pilger über Jahrhunderte hinweg, sowie  die wunderschöne Marmorfigur der Ilaria del Carretto, ein Meisterwerk des Bildhauers Jacopo della Quercia. Über Jahrhunderte hinweg wichtiger Geldwechselort für die Pilger – so gesehen versteht es sich, dass auch heute direkt daneben die Banca Monte dei Paschi di Siena logiert….

San Michele im Zentrum, auf dem römischen Forum

Die Kirche San Michele steht am gleichnamigen Platz, auch als „Foro“ aus seiner römischen Geschichte oder als „Piazza delle Catene“ wegen seiner Umgürtung mit schweren Ketten genannt. Auch diese Kirche bietet viel Sehenswertes, unter anderem eine bemerkenswerte Terracotta „Madonna con Bambino“ von Andrea della Robbia. Besonders eindrucksvoll  ist jedoch ihre unvergleichlich filigrane Fassade und das Gesamtbild des schönen Platzes um sie herum mit einer beeindruckenden Loggia. Auf der Piazza finden immer wieder nationale Meisterschaften mit historischen Armbrustwaffen statt – die Zielgenauigkeit über ca 40 Meter ist frappierend.

Basilika San Frediano - Blick auf das Mosaik

Die Basilika San Frediano stand zunächst außerhalb der Mauern. In späteren Jahren wurde die Ausrichtung der Kirche um 180° gedreht, was heute noch in ungewohnten Anordnungen im Inneren erkennbar ist. Zu sehen in jedem Falle die grandiosen Säulen des Hauptschiffs, das Taufbecken, der Glassarg der Stadtpatronin Hl. Zita, ein schönes Terracotta-Medaillon von della Robbia und ein Monolith vom Amphitheater und 40 romanische Säulen – ob die wohl früher Teile des Amphitheaters waren??

AUS DER RÖMER ZEIT PIAZZA DELL’ANFITEATRO

auf dem Platz des römische Amphitheaters
Ebenfalls ein Muss ist die „einmalige Piazza dell’Anfiteatro“, entstanden als römisches Theater im 1. und 2. Jahrhundert n.C., heute ein einzigartiger ovaler Platz mit unverwechselbarem Charme und zum Teil schönen Geschäften und Bars. Durch vier geometrisch angelegte Eingangstore erreichbar, man kann aber auch durch die vielen interessanten Geschäfte auf die Piazza gelangen, sie haben fast alle Zugang von der Piazza wie von auerhalb. Auf der Ostseite sind Teile der römischen Anlage erhalten, manch anderer Steinblock findet sich, wie praktisch, in einer Vielzahl Luccheser Palazzi wieder. Immer wieder trifft man in der Stadt auf Gebäude, deren Fassade eine oder mehrere wunderbare antike Säulen schmücken, man ließ nichts „verkommen“ und so sind diese Zeugen römischer Zeit erhalten geblieben.

  • Piazza Amfiteatro – auf den Ruinen der alten römischen Mauern findet reges Leben statt!

Torre Guinigi in einer Straßenschlucht und davor die Madonna

Wer es sich zutraut sollte den übriggebliebenen Geschlechterturm besteigen, von denen Lucca einst über 130 hatte: die „Torre Guinigi“ mit den trutzigen Steineichen auf seinen Zinnen. Dann gibt es noch den Uhrenturm den Torre delle Ore“. Beide bieten unvergleichlich schöne Aussichten auf die Stadt und die Umgebung.

der alte Uhrenturm mit dem Glockenwerk

Beim Torre delle Ore sollte man sich vergewissern, ob das Schlagwerk der Uhr in Betrieb ist oder nicht: wer dort um 12 Uhr mittags neben den Glocken stehen sollte, erlebt ein blaues Wunder….

Die Stadt selbst ist von ausgesuchtem Charme. Ursprung des Namens Lucca ist das „Luk“, in der Sprache der keltischen Langobarden (und wohl auch der Etrusker) ein Hinweis auf Sumpf.

DIE STADTMAUER

Spaziergang auf der Mauer – von Löwen Plastiken begleitet.
Löwe auf der Stadtmauer

Erste Blüte in der Römerzeit, im üblichen Carré aufgebautes Kastell mit eigener Stadtmauer. Später folgten mit den Erweiterungen der Stadt weitere Mauern, die heutige war nach über 100 Jahren Bauzeit gerade fertig, als die Kriegstechnik Mauern dieser Art obsolet machte.
Dennoch hat sie Lucca historisch genützt: als 1816 eine Jahrhundert-Überschwemmung das ganze Umland zerstörte, mauerten die Luccheser schnell die (damals nur 4) Tore zu und überstanden die Katastrophe unbeschadet.

Via del Fosso, der Graben folgt einer anderen mittelalterlichen StadtmauerVia del Fosso, der alte Graben innerhalb Luccas
Das Stadtbild zeigt Baustile aller Art, an vielen Fassaden den „Rückbau“ durch die Renaissance übermauerter Fenster, die heute wieder die alten Backsteinbögen zeigen. Von der Romanik bis zum Jugendstil, Lucca hat – anders als andere Städte wie Siena und Volterra – alles mitgemacht, wollte man doch seine Weltoffenheit und Modernität zeigen, was auch deshalb leicht war, als Lucca immer Geld hatte, z.B. seit Jahrhunderten mit dem Seidenhandel, aber die Luccheser wussten immer zu rechnen….

DIE LEBENDIGE STADT

Schöne Geschäfte um die Hauptplätze herum und insbesondere entlang der Flanierstraße „Via Fillungo“, im übrigen eine der Hauptachsen aus der Römerzeit. Neben einigen bemerkenswert schönen Jugendstil-Fassaden lohnt auch ein Blick auf die kunstvollen und fast zierlich anmutende Backsteinornamente, die viele Hausfronten schmücken; erstaunlich, wie man mit diesem auf den ersten Blick eintönigen Material Kunstvolles schaffen konnte. Lohnenswert auch ein Überblick über die vielen kirchlichen und weltlichen Feste der Stadt mit nächtlichen Prozessionen durch die erleuchtete Stadt, es gab schon Golfturniere auf dem die Mauer umgebenden Glacis, Antiquitätenmarkt in der Innenstadt jedes dritte Wochenende im Monat. Herauszuheben ist vielleicht das Fest Santa Croce am 14. September mit der großen Prozession von San Frediano zum Dom am Vorabend.
alteingesessenes Alimentari, heute mit einer tavola caldaAlimentari mit einer Tavola Calda
Soweit zu Lucca selbst. All das Beschriebene ist auf engem Raum, leicht zu erwandern, eigentlich eher zu „erschlendern“. Und wem selbst diese kurzen Wege zu viel sein sollten, der kann neuerdings auch eine Pferdedroschke mieten, die ihn durch die Stadt und auf der Mauer kutschiert.

WO MITTAGS ESSEN GEHEN

Restaurant Tosca in LuccaNatürlich bei Tosca der Osteria mit Charme in Lucca innerhalb der Mauern, inmitten des ganzen Geschehens in einer ruhigen Ecke. Ganz in der Nähe der Piazza San Michele gelegen, eine Straße weiter befindet sich das Geburtshaus von Puccini und von der Via San Paolino kommend gleich hinter der Statue von Puccini. Doch nun zurück zu diesem charmanten Lokal TOSCA, hier sitzen Sie nicht nur gut, sondern essen auch gut. Die Kontaktdaten:

  • Osteria La Tosca – Piazza Cittadella 8  – Lucca
  • Tel. 0583 316038 | geschlossen: mittwochs
  • www.osteriatosca.com | e-mail:info@osteriatosca.com

PARKEN IN LUCCA

Parkplatz Carducci an der Vial um die StadtmauerParkplatz links an der Straße, genau wo das Auto fährt, und der Weg, genau gegenüber.

Ganz bequem finde ich, kann man auf dem Parkplatz Carducci parken, an dem Ring um Lucca von der Autobahn kommend direkt auf die Stadtmauer zufahren, links abbiegen Richtung Bahnhof und dann sehen Sie schon gleich den Parkplatz. Ticket ziehen und dann über den Ring (hier Viale Carducci) bei der Ampel direkt auf die Mauer zuhalten, ein Fußweg zeigt Ihnen den Weg durch das Mauergewölbe in die Altstadt, ein Erlebnis für sich.

Sollten Sie von Osten kommen, die Via del Tiglio, dann passieren Sie das Stadttor Porta Elisaund folgen den Hinweisen parcheggio Mazzini oder nur „parcheggio“ – unweit der Mauer befindet sich die Tiefgarage.

Schauen Sie einfach auf die Lucca Karte, dort finden Sie alle Parkplätze angegeben, allerdings sollten Sie tagsüber vorsichtig mit den Parkplätzen innerhalb der Mauern sein, diese sind fast immer voll und man wartet lange, um Platz zu bekommen. Besonders Acht sollten Sie dabei auch geben, nicht falsch zu fahren, denn ganz Lucca ist für Autos gesperrt, man darf gerade mal eben zum Parkplatz fahren, aber keinen Meter weiter!

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